Die Abteilung G4
Das Eurokorps stützt sich auf die von den beitragenden Staaten geleistete Unterstützung ab. Die Nationen und der multinationale COMEC teilen sich die Zuständigkeit für die logistische Unterstützung im Einsatz.
Zwar sind letztendlich die Nationen für die Unterstützung ihrer verlegten Truppen zuständig, aber der COMEC ist mit ausreichenden Befugnissen in Bezug auf die logistischen Ressourcen ausgestattet, um die ihm unterstellten Kräfte dauerhaft wirkungsvoll einsetzen zu können.
Im Rahmen dieser Zielsetzung ist die Abteilung G4 zuständig für die logistische Planung und logistische Lagebeurteilungen im gesamten Korps-Verantwortungsbereich. Darüber hinaus erteilt sie Rahmenvorgaben für die Logistik auf Divisionsebene gemäß Konzepten, Grundsätzen und Planungen auf höherer Befehlsebene. Um die logistische Unterstützung sicherzustellen, trifft G4 Absprachen mit vorgesetzten Befehlsebenen, den Stäben der Divisionen und Korpstruppen sowie "Nationalen Unterstützungselementen" (NSE = National Support Elements) im Korpszuständigkeitsbereich und führt logistische Korpstruppen.
Die Abteilung G4 umfasst fünf Dezernate mit einer Gesamtstärke zwischen 40 Mann im Friedensbetrieb und 96 Mann bei Operationen nach Artikel V.
Das Dezernat G4 Einsatz (Operations) dient dem COMEC dazu, sich regelmäßig ein präzises Bild der Logistiklage des Korps zu verschaffen. Hierzu führt das Dezernat mittels präziser Logistik-Informationssysteme die Log-Lage und bildet im Voraus die Kapazitäten der Einsatzunterstützung ab. Außerdem gibt es logistische Befehle und Weisungen an den unterstellten Bereich heraus und erteilt den logistischen Korpstruppen Aufträge. Im Friedensbetrieb ist es für die logistische Ausbildung zuständig, wozu auch der Themenbereich der Übungen gehört.
Das Dezernat G4 Pläne (Plans) erarbeitet logistische Pläne für Einsatzgebiete des Eurokorps. Es bearbeitet alle logistischen Planungs-, Führungs- und Grundsatzangelegenheiten. Zur Erprobung der erarbeiteten Konzepte und Verfahren veranstaltet das Dezernat regelmäßig Seminare bzw. nimmt an Seminaren teil, die dem Informations- und Gedankenaustausch mit anderen HRF-Hauptquartieren dienen. Im Friedensbetrieb ist es für die Entwicklung von logistikbezogenen Konzepten und Standardverfahrensweisen zuständig.
Das Dezernat G4 Verkehrs- und Transportwesen (Movement and Transport Section) hat Anteil an der Planung strategischer Transporte, indem detaillierte Pläne für die Verlegung des Stabes Eurokorps und der MNCS-Brigade vom Standort in den Einsatzraum ausgearbeitet werden.
Es sorgt auch für die nötige Koordinierung mit den Stellen, die für den Empfang verlegender Truppenteile an den Entladepunkten und ihre Weiterschleusung in den Einsatzraum zuständig sind, eine Funktion, die als RSOM (= Reception, Staging and Onward Movement) bezeichnet wird. Weiterhin plant und koordiniert das Dezernat alle Märsche und Transporte im gesamten Korpseinsatzraum. Hierzu richtet es eine Verkehrsführungszentrale ein und betreibt diese.
Das Dezernat G4 RSOM (Reception, Staging and Onward Movement) entwickelt die Pläne für den Empfang verlegender Truppenteile an den Entladepunkten und ihre Weiterschleusung in den Einsatzraum. Es ist bei einer Verlegung des Eurokorps zuständig für die Koordinierung des RSOM-Prozesses mit den truppenstellenden Staaten, dem Aufnahmestaat und den vorgesetzten Befehlsstellen, z.B. NATO-Hauptquartieren. Im Friedensbetrieb ist es für die Entwicklung des RSOM-Konzeptes und der diesbezüglichen SOP zuständig.
Das Dezernat G4 Sanitätsdienstliche Versorgung (Medical Section) ist zuständig für die Planung und Koordination der sanitätsdienstlichen Versorgung im gesamten Korpseinsatzraum. Der Leiter des Dezernates fungiert gleichzeitig als Berater (MEDAD = Medical Adviser) des COMEC. Er berät ihn – ebenso wie andere Stabsabteilungen – in Fragen der Gesundheitsfürsorge und des Sanitätsdiensteinsatzes.
Im Bestreben, eine wirksame und wirtschaftliche logistische Unterstützung sicherzustellen, arbeitet G4 in Arbeitsgruppen für die logistische Standardisierung auf NATO- und EU-Ebene sowie an der Entwicklung von Verfahren zur Verbesserung der Interoperabilität und zum Ausbau der gegenseitigen Unterstützung mit.






