Alle heute in den Kasernen Lizé (mit ihrem westlichen Teil) und Lyautey zu findenden militärischen Gebäude wurden zwischen 1907 und 1909 auf Anforderung des in Straßburg stationieren XV. Deutschen Armeekorps gebaut.
Am 1. Oktober 1909 bezog das Ober-Elsässische Feldartillerieregiment Nr. 15 unter dem Kommando von Oberstleutnant Moyzischewitz den nördlichen Teil (heute Lyautey-Kaserne). Was den südlichen Teil anbelangt (die heutige Lizé-Kaserne), so wurde dieser vom Ober-Elsässischen Feldartillerieregiment Nr. 51 unter dem Kommando von Oberstleutnant Fabarius bezogen. 1913 überließ das Feldartillerieregiment 15 die Liegenschaft der I. Abteilung des Straßburger Feldartillerieregiments 84 unter dem Kommando von Oberst Stumpff, damit dieser dort seine drei Feldartilleriebatterien einrichten konnte.
Diese beiden Verbände blieben bis zum Versailler Vertrag. 1919 wurde die beeindruckende Kaserne der Artilleristen, wie sie zu diesem Zeitpunkt genannt wurde, wieder französisch und bekam den Namen Lizé. Zeitgleich öffneten sich die Kasernentore für die Panzeraufklärer des Husarenregimentes 8 (8ème Régiment de Hussards) und für das Jagdfliegerregiment 2 (2ème Régiment d’Aviation de Chasse). Das letztgenannte lag de facto in zwei Liegenschaften: Die erste im Norden (die Lyautey-Kaserne zum Unterstellen der Luftfahrzeugflotte) und die zweite im Osten (die Guynemer Kaserne – später Aubert-de-Vincelles-Kaserne – um die Nutzung des Flugfeldes Polygone zu ermöglichen).
1929 verließ das Husarenregiment 8 seine Kaserne.
1933 wurde das Militärgelände Lizé in zwei Teile aufgeteilt, der nördliche Teil wurde zur Lyautey-Kaserne. Das Husarenregiment 3 trat an die Stelle des Jagdfliegerregiments und nutzte nun die beiden Teile. Ende 1940 wurde der Standort erneut deutsch.
Von 1945 bis 1960 wurde die Liegenschaft sukzessive vom selbständigen Pionierbataillon 1 (1er Bataillon Autonome du Génie), vom Pionierregiment 12 (12ème Régiment du Génie) und schließlich von der Depotkompanie des in die französischen Nordafrikagebiete verlegten Pionierregiments 12 (Compagnie de Dépôt du 12ème Régiment du Génie) genutzt.
In der Zwischenzeit, ab 1947, stand der westliche Teil der Lizé-Kaserne dem französischen Bildungsministerium zur Verfügung und zwar 18 Jahre lang. Das Dekret zur Rückgabe des Geländes trat am 13. Mai 1963 in Kraft.
Die Liegenschaft wurde dann von folgenden Einheiten genutzt: Von 1960 - 1976 vom Pionierregiment 1 (1er Régiment du Génie); von 1976 – 1984 vom Stabs- und Versorgungsbataillon 406 (406ème Bataillon de Commandement et des Services), das 1977 zum Stabs- und Versorgungsregiment 6 (6ème Régiment de Commandement et des Services ) wurde; von 1984 – 1985 vom „62ème Groupement Divisionnaire“ und von 1985 – 1991 vom Instandsetzungs- und Versorgungsregiment 5 (5ème Régiment du Matériel).
Dann wurde die Kaserne vom nahegelegenen Pionierregiement 1 (1er Régiment du Génie) mitgenutzt, um die Bewachung sicherzustellen.
Schließlich, im Sommer 1993, wurde das Stabs- und Versorgungsbataillon des Eurokorps aufgestellt und übernahm die Liegenschaft.
From 1945 to 1960, the compound was successively occupied by the "1er Bataillon Autonome du Génie" (Engineers battalion), the "12ème Régiment du Génie" and finally by the "Compagnie de Dépôt du 12ème RG" (storage company) for "AFN" (French North-Africa).
In the meantime, in 1947, the Western part of the Lizé compound was put at the disposal of the French Ministry of National Education for a duration of 18 years. The final transfer decree came into force on May 13th, 1963.
The premises were then successively occupied by the "1er Régiment du Génie" from 1960 to 1976, the "406ème Bataillon de Commandement et des Services" (command and services battalion) – that became the "6ème Régiment de Commandement et des Services" in 1977 – from 1976 to 1984, the "62ème Groupement Divisionnaire" from 1984 to 1985 and by the
"5ème Régiment du Matériel" (supply battalion) from 1985 to 1991.
It was then occupied by the "1er Régiment du Génie" close-by in order to provide the compound's guard.
Finally, in the summer 1993, the Eurocorps Headquarters Support Battalion was created and took over the compound.
Wer war Lizé?
Brigadegeneral Lucien Zacharie Marie Lizé kam am 25. Februar 1864 in Anger (Maine et Loire, Frankreich) zur Welt. Er starb für Frankreich am 5. Januar 1918 in Castelfranco, Italien, als Kommandeur der 10. Armee.
Der Offizieranwärter Lucien Lizé besuchte ab dem 1. Oktober 1882 die „École Polytechnique“, eine Elitehochschule zur Ausbildung von Ingenieuren in Paris, wurde am 1. Oktober 1884 zum Leutnant befördert und entschied sich für den Dienst in den Kolonien. Während seiner langen Dienstzeit hatte er neben Verwendungen in Frankreich auch Verwendungen auf Guadeloupe, in Senegal, auf Réunion und Madagascar, im ehemaligen Tonkin und Cochinchine, auf Neukaledonien und schließlich in Italien, wobei er abwechselnd in Kampfeinsätzen eingesetzt wurde und Friedenstätigkeiten wahrnahm.
General Lizé gehörte dem „Ordre du Dragon de l’Annam“ an, wurde mit der Tonkin Gedenkmedaille und dem „Croix de Guerre“ ausgezeichnet und war „Compagnon de l’Ordre du Bain“.
Er war „Officier d’Académie“ und Kommandeur der Ehrenlegion (Commandeur de la Légion d’Honneur).
Am 5. Januar 1917 wurde Brigadegeneral Lizé Kommandeur der Artilleriekräfte der 10. Armee in Italien. Ein Jahr später, wiederum am 5. Januar, wurde das Hauptquartier von feindlicher Luftwaffe bombadiert und General Lizé wurde schwer verwundet. Er wurde in das Feldlazarett von Galliera (Venezien) in der Provinz Padua gebracht. Der leitende Sanitätsoffzier stellte noch am selben Tage seinen Tod fest. Er war seinen Verletzungen erlegen.
Er wurde postum zum Generalmajor befördert und nach Abschluss des Versailler Vertrages wurde eine Kaserne in Straßburg nach ihm benannt, in der seit 1919 zahlreiche Einheiten stationiert waren.
Verfasser: Stabsfeldwebel (FRA) TOMCZYK Eddy



